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Die Studiengebühren sind gefallen!

Nein, das ist kein schlechter Scherz, und obwohl’s noch früh am Morgen ist, träumst du auch nicht.

Nach acht Jahre langem Kampf, nach endlosen Diskussionen, nach unermüdlichem und hartnäckigem Einsatz der ÖH und der Plattform Unabhängiger Studierender – PLUS (FLÖ (externe Website)) auf Bundesebene und den gebrochenen Versprechen von Gusenbauer und Co., wurden die Studiengebühren in der gestrigen Nationalratssitzung nun tatsächlich abgeschafft!

Was bedeutet das jetzt für uns?

Fakten

Ab Sommersemester 2009. Für das Wintersemester musst du noch einzahlen.

Mindeststudiendauer + maximal zwei Semester pro Studienabschnitt oder …

Kinderbetreuung, Schwangerschaft, schwere Krankheit oder …

Berufstätigkeit (über der Geringfügigkeitsgrenze) oder …

mindestens 50 Prozent Behinderung.

Der Antrag im Wortlaut: http://www.parlinkom.gv.at/PG/DE/XXIII/A/A_00890/fnameorig_141460.html (externe Website)

Einerseits eine enorme finanzielle Entlastung. Andererseits eine Chance, in der österreichischen Bildungspolitik endlich einen neuen, richtigen Weg einzuschlagen.

Wir dürfen jetzt aber nicht nachlassen. Das größte Ziel (fast) aller Studierendenvertreterinnen und -vertreter Österreichs wurde erreicht. Zu tun gibt es aber immernoch viel. Die Finanzierung der Unis muss gesichert sein, das Lehrveranstaltungsangebot darf nicht unter dem Wegfall der Studiengebühren leiden. Den Unis müssen die Einnahmen aus den Studiengebühren vollständig ersetzt werden, und wir müssen weiter dafür kämpfen, dass der Bildung in unserem Land die Anerkennung und die finanziellen Mittel entgegengebracht werden, die sie braucht um die nächsten Generationen zukunftsfördernd zu bilden und auszubilden.

Nichts desto trotz können wir uns jetzt zumindest einen Moment lang zurücklehnen und zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Das Team der PLUS an der Uni Klagenfurt möchte sich bei allen Studierenden, die uns bei unserem Einsatz für die Abschaffung der Studiengebühren immer unterstützt haben herzlich bedanken. Die Bemühungen tragen endlich Früchte. Ohne engagierte Studierende wäre das nicht möglich gewesen. Danke!

Kommentare

  1. Re: Die Studiengebühren sind gefallen!

    Tolle Leistung!
    Zuerst schaffen wir eine Säule zur Finanzierung der Universitäten ab und dann stellen wir gleich neue Forderungen. Vielleicht hätte man sich vorher überlegen müssen, wie man nun die Finanzierung der Universitäten sicherstellt. Das ganze fällt m.E. unter „populistische Wahwerbung“ und „Augenauswischerei“ und die Studenten fallen drauf rein.

    Solange ein Kindergarten- oder Volksschulplatz im Monat (bzw. auf ein Semester hochgerechnet) mehr kostet als die (abgeschafften) Studiengebühren, sollte auch der tertiäre Bildungssektor kostenpflichtig bleiben und die „bedürftigen“ Studenten erhalten (erhielten) so oder so die Studiengebühr zurück.

    Btw. ich bin selbst Student an der Uni Klagenfurt und leiste gerne meinen Beitrag.

    1. @hugo

      1) Ja, es gibt weitere Bildungseinrichtungen (wie z.B. Kindergärten – die ich dazuzähle), welche noch (teilweise!) kostenpflichtig sind. Aber wenn nun die einen sagen, wir schaffen die Studiengebühren nicht ab, da Kindergärten noch etwas kosten, dann sagen die anderen nein wir schaffen Kindergartengebühren nicht ab, denn das Studium kostet auch noch was. So wird sich nie etwas ändern! Das kennen wir schon – das klingt so wie deine abgedroschenen „Argumente“ nach ÖVP-Blabla.

      2) Die verschiedenen Studierendenvertretungen sind – wie der Name schon sagt – die Vertretung der Studierenden. Also setzen sie sich in erster Linie für die Interessen derer ein. Da liegt der Kampf der Studiengebühren näher als der gegen Kindergartengebühren. Wobei natürlich auch letztere Studierende mit Kindern treffen – daher sprechen sich die überwiegende Mehrheit der Studierendenvertretungen auch für einen gänzlich freien Bildungszugang auf allen Ebenen aus, damit dieselben Chancen für alle Bevölkerungsschichten gelten. Aber das geht nur schrittweise – ein Anfang ist nun in Form der Reparatur durch die Wiederabschaffung der Studiengebühren gesetzt, und ich persönlich hoffe, dass es nach den Wahlen auch weiter geht in diese Richtung. Bildung ist unsere Zukunft!

      3) Gleich gegen das nächste Propaganda-Argument: Jetzt zahlen die armen Leute für das Studium der „Bonzen“: Jein! Zuerst einmal zahlen die WenigverdienerInnen (und das mittlerweile schon viel zu viele) gar keine Steuern, sondern bekommen sogar welche zurück (Negativsteuer). Und all diejenigen, die nun (wieder – die Studiengebühren gibt es noch nicht so lange; ich habe noch ohne begonnen) einen Bruchteil ihrer Steuern quasi für die Unis bezahlen (die Steuern werden ja nicht mehr), haben dafür einen freien Hochschulzugang für sich, ihre Kinder und Enkelkinder.

      4) Wenn du deinen Beitrag weiterhin leisten willst und kannst, geht es dir besser als manch anderen Studierende, die arbeiten gehen müssen, um sich ihr Studium finanzieren zu können. Diese ersparen sich nun rund 700 Euro. Denn nein, nicht alle, die es dringend brauchen würden, bekommen (wieder entgegen der geläufigen Propaganda) Studienbeihilfe – glaub mir, ich weiß wovon ich schreibe, denn ich arbeite schon viele Jahre an der Basis der Studierendenvertretung in verschiedensten Bereichen und bekomme vieles mit.

      5) Und wenn du nun wirklich deinen Beitrag leisten willst – nur zu. Das Konto der Uni kennst du ja (steht auf den hoffentlich letzten Erlagschein für Studiengebühren), und die Uni freut sich sicherlich über jede zusätzlich Spende neben den nun endlich wieder erhöhten Uni-Bildungsbudget. Und dieses Uni-Budget – und auch das aller anderer Bildungseinrichtungen (ich habe auch gerade heuer entgegen aller politischen Beteuerungen wieder live mitbekommen, wie Klassen mit 33 SchülerInnen oder Englischgruppen von bis zu 30 SchülerInnen traurige Realität sind, da es zuwenig Werteinheiten – sprich Geld für den Unterricht – gibt), welches aber noch lange nicht am Ziel ist, um erstens den Bildungseinrichtungen das zurückzugeben, was ihnen genommen wurde, und zweitens sie so gut finanziell auszustatten, dass die Qualität in Forschung, Ausbildung und Lehre stimmt.


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