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Rektorswahl: Richtungsdiskussion als Grundlage für die Entscheidung des Senats

Am Mittwoch, 7. Dezember wurde der Rektorskandidat Heinrich C. Mayr an die erste Stelle des Senatsvorschlags gereiht. An die zweite Stelle wurde der Berliner Soziologe Dieter Haselbach nominiert. Nach den Diskussionen um die Reihung von Hermann Kopetz waren sich die Senatsmitglieder einig: Das Votum für den Informatik-Professor H.C. Mayr war mit nur einer Enthaltung eindeutig.

Entscheidend dafür waren seine Erfahrung als Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Informatik, sein enormes Renommee als Wissenschafter und seine positive Arbeit als Leitungsfigur in zahlreichen Institutionen sowie die überzeugenden Worte beim Rektors-Hearing. Er betonte die Ausgewogenheit zwischen den einzelnen Fakultäten, die starke Rolle der Bildungsinstitution im Meinungsspektrum des Landes und die internationale Ausrichtung als Alpen-Adria-Universität. Darüber hinaus überzeugte der Kandidat mit Gendersensibilität, einer Weiterführung der universitas-Idee der Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden im Sinne des verstorbenen Rektors Günther Hödl und mit seiner enthusiastischen Begeisterung, die Universität als Rektor führen zu wollen.

Der Entscheidung vorausgegangen war eine Richtungsdiskussion im Senat. Das Gremium war einer Meinung, dass Kopetz über eine hervorragende wissenschaftliche Reputation verfügt und auch als Führungs- und Managementfigur auf ausgezeichnete Fähigkeiten zurückgreifen kann. Die im Hearing präsentierte Konzentration auf die Gründung einer technischen Fakultät sorgte jedoch bei einer Mehrheit der Senatsmitglieder für Bedenken.

Schon die Profilbildung der Universität als regionale Bildungsinstitution im Zentrum des Alpen-Adria-Raumes hat gezeigt, dass die Konzentration auf nur einen Fachbereich nicht im Sinne einer gedeihlichen Weiterentwicklung der gesamten Universität sein kann. Insbesondere die gesellschaftspolitische und kulturelle Aufgabe des Hauses muss weiter wahrgenommen werden. Auch die Stärkung der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät mit ihren Schwerpunkten ist im Interesse der Regionaluniversität.

Der Kandidat Hermann Kopetz argumentierte bei seinem Hearing, dass die Kultur- und Wirtschaftswissenschaften zwar weiter unterstützt werden sollten, stellte aber keine ausgewogene Stärkung in Aussicht. Weitere Argumente dafür, dass Kopetz zwar rektorabel ist, aber für die StudierendenvertreterInnen nicht als Leitungsperson unseres Hauses in Frage kommt, sind seine nicht zufrieden stellende Interpretation des Alpen-Adria-Begriffs, seine Ausrichtung auf die Universität als Exzellenzzentrum (Universität der besten Köpfe), die nicht mit dem Profil als Regionaluniversität zu vereinbaren ist, seine geschlechterunsensible Ausdrucksweise und sein rein technisch fokussierter Jargon.

Die StudierendenvertreterInnen im Senat rufen zum konsensualen Weg auf. Eine breite Mehrheit des Senats sprach sich für einen Rektor Heinrich C. Mayr aus. Diese RepräsentantInnen sprechen für die ProfessorInnen, den Mittelbau, die allgemein Bediensteten und die Studierenden des Hauses. Mit diesem Senatsbeschluss geben sie ihren einheitlichen Wunsch an den Unirat weiter, Heinrich C. Mayr zum Rektor zu küren. Dieser Wunsch entspricht der Tradition des Hauses, das sich der Humanität sowie des demokratischen und solidarischen Miteinanders verpflichtet fühlt.

StudierendenvertreterInnen im Senat
Daniel Gunzer, Simone Kohlbacher, Judith Michael, Romy Müller, Andreas Prager, Wolfgang Wagner


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