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Stellungnahme der PLUS zu den Plagiatsvorwürfen

An der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt wurden mehrere Plagiatsfälle – mit außenstehender „Hilfe“ – aufgedeckt. Als Folge dieser Ereignisse richtet das Rektorat nun zwei Stellen ein, die sowohl die Arbeiten der letzten fünf Jahre als auch alle aktuellen Arbeiten prüfen sollen. Bereits seit Mitte Oktober gibt es an der Universität eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema „Plagiat“ beschäftigt.

Hinter allen unschuldigen und schuldigen Absolventinnen und Absolventen stehen Menschen. Die Plattform Unabhängiger Studierender (PLUS) schreibt sich die Vertretung dieser Menschen (und all jener, die Absolventinnen und Absolventen werden wollen) auf ihre Fahnen und äußert daher folgende Anliegen:

  1. Die Untersuchung der Arbeiten der letzten fünf Jahre muss möglichst schnell erfolgen. Derzeit ist jeder und jede verdächtig, der bzw. die ein Studium an der Universität Klagenfurt absolviert hat, bis das Gegenteil bewiesen wird. Denjenigen, die ihre Arbeiten mit großem Einsatz und Engagement und alle wissenschaftlichen Richtlinien beachtend verfasst haben, ist es nicht zuzumuten, ein Jahr oder mehr auf die „Reinwaschung“ durch die Plagiatsstelle zu warten. Absolventinnen und Absolventen bewegen sich auf einem sehr sensiblen Arbeitsmarkt und sind durch die aktuellen Vorfälle als Alumni dieses Hauses durch den Makel eines gewissen „Marktnachteils“ gekennzeichnet.
  2. Die Einführung allgemein gültiger (auch über die Fakultätsgrenzen hinweg) wissenschaftlicher Standards soll überlegt werden. Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Institute sollen gemeinsam mit Rektorat und Studierendenvertreterinnen und -vertreter in einen gemeinsamen Diskussionsprozess eintreten und den kleinsten gemeinsamen Nenner in Form einer Norm hinsichtlich wissenschaftlicher „Regeln“ finden. Individualität, Originalität und Kreativität sollen sich im Rahmen eines klaren Reglements zu einer guten wissenschaftlichen Praxis vereinigen.
  3. Die Inhalte der Lehrveranstaltungen zur Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten, wie sie in jedem Studienplan vorgesehen sind, sollen von den Lehrenden überarbeitet und mit einem ausführlichen Übungsteil ausgestattet werden. Es ist Aufgabe der Universität, diese Grundlagen so zu vermitteln, dass sie von den Studierenden erfasst und angewandt werden können.
  4. Langfristig ist es Aufgabe des gesamten Bildungssystems, die Universitäten wieder personell so auszustatten, dass ein gemeinsames Arbeiten von Studierenden und Lehrenden wieder möglich wird. Wenn Studierende schon bei Seminararbeiten die Möglichkeit haben, ihre Arbeiten mit den Lehrenden zu besprechen und Schwachstellen aufzudecken und zu korrigieren, werden sie bei Diplomarbeiten (und erst recht bei Dissertationen) die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens anzuwenden wissen.

Ein großer Dank gilt all jenen Lehrenden (die es auch gibt), die selbst bei den großen Studienrichtungen ein genaues Augenmerk auf die Korrektur und die Nachbesprechung von Arbeiten legen.

Im Selbstverständnis der Universität ist folgender Text über die Lehrqualität zu lesen:

„Höchste Ausbildungsqualität und Wissenssteigerung durch Forschung profilieren die Lehre an der Alpen-Adria-Universität. Auch in hochfrequentierten Fächern wie Angewandte Betriebswirtschaft, Psychologie, Pädagogik, Publizistik und Kommunikationswissenschaft sowie Informatik ist hohe Betreuungsqualität ein hervorragender Aspekt des Lehrbetriebes. Intensive Zuwendung beim Studieneinstieg und kontinuierliche Begleitung während des Studiums machen das Studieren in Klagenfurt attraktiv, auch für den in Österreich höchsten Anteil ausländischer Studierender.“

Die PLUS fordert mit Nachdruck, dass sich unter Einsatz aller möglichen budgetären Mittel diese Selbsteinschätzung wieder etwas der Realität annähert.

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