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Studierendengeld für Fraktionswerbung missbraucht

Wahlkampf mit ÖH-Geld? Der aktuelle Vorsitz der ÖH Klagenfurt bestehend aus VSStÖ (SPÖ) und AG (ÖVP) sorgt erneut für Aufsehen: seit einigen Tagen lacht SPÖ- und ÖVP-Parteinachwuchs von Plakaten auf der ganzen Uni herab und behauptet ganz frech: „Ich bin ÖH“. Leider haben haben es ausschließlich VSStÖ-(SPÖ)- und AG-(ÖVP)-Mitglieder aufs Plakat geschafft. Die anderen der 150 zum Großteil in keiner Fraktion/Partei tätigen ÖH-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern wurden nicht einmal gefragt. Politische Eigenwerbung, die allerdings von allen Studierenden bezahlt werden muss.

Chronologie eines Skandals

Was mit öffentlichen ÖH-Geldern passiert, erfährt man am ehesten in einer Sitzung der Universitätsvertretung – kurz UV. Dort wird berichtet und entschieden wie mit studentische Interessen (und natürlich auch studentischem Geld) umgegangen wird. In der am Montag stattgefundenen UV-Sitzung stellte sich heraus, dass dem nicht so ist. Der aktuelle ÖH-Vorsitz aus VSStÖ (SPÖ) und AG (ÖVP) berichtete über „ihre“ Plakatserie „Ich bin ÖH“. Dabei wurden die Mandatarinnen und Mandatare der UV vor bereits vollendete Tatsachen gestellt.

Mit dem eigentlichen Ziel den Studierenden zu zeigen, wer oder was eigentlich die ÖH ist gaben VSStÖ (SPÖ) und AG (ÖVP) in den Weihnachtsferien eine Plakatserie in Auftrag. Zur Info: die ÖH Klagenfurt besteht aus 150 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die zum Großteil parteiunabhängig bzw. fraktionslos sind. Auf den Plakaten zu sehen: ausschließlich Mitglieder von VSStÖ (SPÖ) und AG (ÖVP). Skandalös: Parteiunabhängige und fraktionslose ÖH-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter wurden nicht einmal gefragt, geschweige denn informiert. Zahlen werden es aber alle Studierende müssen – mit ihrem ÖH-Beitrag.

Profiteur: ein externes Unternehmen

Auch die finanzielle Vorgehensweise wirft einige Fragen auf: Die Plakatserie wurde – ohne die Einholung von mehreren Angeboten – bei einem externen Unternehmen in Auftrag gegeben. Und dass, obwohl es für solche Aufgaben ein eigens dafür zuständiges Informationsreferat gibt, samt Team sowie einer eigenen ÖH-Fotografin. In der UV-Sitzung erklärte die aktuelle ÖH-Inforeferentin – die zuständige für ÖH-Öffentlichkeitsarbeit und zu deren Aufgabengebiet Plakate und Co gehören, dass sie von der Plakatserie „nicht informiert wurde“ und sie „die Plakate auch erst beim Betreten der Uni gesehen hat“. Fadenscheiniger Grund des VSStÖ-(SPÖ)- und AG-(ÖVP)-Vorsitzes für die Ablehnung hausinterner und quasi kostenfreier Ressourcen war: „das Inforeferat hat immer soviel zu tun“. Auch zu diesem Punkt stellte die Informationsreferentin klar „dass vom Vorsitz niemand nachgefragt hat“.

Was tun?

Um diesen Machenschaften entgegen zu treten wird die PLUS bei der nächsten UV-Sitzung (öffentlich – bitte erscheinen, alle sollen sich ein Bild machen) am Samstag, den 31. Jänner 2009 um 13:00 einen Antrag einbringen, dass die Plakate abgehängt werden sollen, weil sie parteipolitischen Missbrauch darstellen und die dadurch entstehenden Kosten nicht die Studierenden tragen müssen sollten. Sollen das doch die Mutterparteien bezahlen!

Dann bleibt zu hoffen, dass sich die von der PLUS informierte Kontrollkommission der Vorgänge annimmt, sowie dass die Kärntner Medien endlich einmal der unsauberen Machenschaften des heimischen Politnachwuchses an der Universität Klagenfurt annehmen. Und natürlich, dass die Studierenden bei den nächsten Wahlen daraus die Konsequenzen ziehen.

Über die weiteren Geschehnisse halten wir euch am Laufenden. Die ÖH ist eine zu wichtige Institution, als dass ihr Image unter den derzeitigen Machenschaften von VSStÖ (SPÖ) und AG (ÖVP) leiden sollte.

Kommentare

  1. Echt zum kotzen

    Ich finde es richtig zum kotzen, für wie blöd die StudentInnen verkauft werden. Bezahlen dürrfen alle, was übrigens PFLICHT ist und ich für eine absolute Frechheit befinde, denn als NUR Studentin habe ich persönlich NICHTS von der ÖH gehabt und selbst bei offenen Fragen konnten sie NIE weiterhelfen. Doch das Geld dann auch noch auf solche Art und Weise hinauszuwerfen, ist schon eine Unverschämtheit, denn das Geld hätte auch anders genutzt werden können als über 200€ für etwas was sowieso weggeworfen wird… Für was bezahlen wir eigentlich? Dafür dass die Fraktionen genug Kohle für ihre Machenschaften haben? Dann nicht mal die Uniinternen Angebote nutzen..ja, die Uni – Fraktionen üben echt schon fleißig für die große Politik außerhalb der Uni – Bravo!!!!

    Pfui Teufel…

  2. Re: Studierendengeld für Fraktionswerbung missbraucht

    und wieviel ist das
    2000 Euro vielleicht??

    1. Re: Re: Studierendengeld für Fraktionswerbung missbraucht

      Laut Angaben des Vorsitzes in der letzten Sitzung der Universitätsvertretung hat die derzeitige Plakatserie „Du bist ÖH“ 2200 Euro (= ca. der ÖH-Semesterbeitrag von 140 Studierenden) verschlungen, sofern hier schon alles eingerechnet wurde wie Fotos, Layout und nicht nur der Druck.

      Das war aber auch schon die zweite Plakatserie ohne jeglichen Nutzen für Studierende. Keine Infos, keine Inhalte sondern nur auf die zwei Parteien eingeschränkte Eigendarstellung und Eigenwerbung auf Kosten aller. Und da die ÖH-Wahlen erst im Mai sind, wird es wohl auch nicht die letzte Geldverschwendung unserer Beiträge sein, bzw. gab es eine solche ja mit der Uniparty oder dem Glühweinstand auch schon.

  3. Re: Studierendengeld für Fraktionswerbung missbraucht

    ist schon bekannt wieviel geld genau verschwendet wurde?

  4. Re: Studierendengeld für Fraktionswerbung missbraucht

    „Samstag, den 30. Jänner 2009 um 13:00“

    Samstag, den 31. Jänner um 13:00 oder Freitag, den 30. Jänner um 13:00?

  5. Re: Studierendengeld für Fraktionswerbung missbraucht

    Funktioniert die „Zeitmaschine“ der PLUS nicht richtig?!

    Es gibt keinen Samstag den 30.Jänner 2009!
    Freitag 30. oder Samstag 31?!

    [….bitte erscheinen, alle sollen sich ein Bild machen) am Samstag, den 30. Jänner 2009 um 13:00 einen Antrag…]

    1. Re: Re: Studierendengeld für Fraktionswerbung missbraucht

      Danke für den Hinweis :-)

      Die Sitzung ist natürlich (wie in der verlinkten UV-Ankündigung richtig angegeben) am Samstag, den 31. Jänner 2009.

      1. Re: Re: Re: Studierendengeld für Fraktionswerbung missbraucht

        Wir sprechen über die Firma „bigbang“ oder? Die gleiche Firma, die alle Plakate für die sinnlose ÖH Werbungen dieses Semester gemacht hat und immer von UniGala profitiert.

        1. Re: Re: Re: Re: Studierendengeld für Fraktionswerbung missbraucht

          Bei der „Infokampagne“ der ÖH ist es die Firma BigBang, die diese gestaltet und ausführt, ja. Aber welche Agentur das jetzt letzendlich macht, ist weniger wichtig. Das erschreckende ist, wie viel Geld aus den ÖH-Beiträgen (unser Geld!!) hier in reine Selbstbeweihräucherung und Publicity gesteckt wird. Und das unter dem fadenscheinigen Argument die ÖH dadurch transparenter und sichtbarer zu machen… das kann’s echt nicht sein.


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