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Der Prophet im eigenen Land

Naked Lunch

Die Klagenfurter »Naked Lunch« warten mit neuem auf: »This Atom Heart Of Ours« (Foto: Johannes Puch)

Am 19. Januar ist »This Atom Heart Of Ours«, das neue Album der (Exil-) Klagenfurter Naked Lunch erschienen. Schon schreit der kleine Buchhalter in mir nach einer Liste, Überschrift: Heimat bist du großer Söhne und Töchter, aber kennst du die Typen überhaupt?

1. Christine »Christl« Stürmer. Derzeitiges Aushängeschild der heimischen Musikindustrie und Vorzeige-Deutsch-Popperin. Tja, sehr »deutsch« eben und sehr »pop« …


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Norbert Süßenbacher
PLUS.Punkt-Redakteur

2. Falco der Große. Hat seine besten Zeiten bereits hinter sich, dürfte seine schwersten aber noch vor sich haben. Angeblich sind fast alle ägyptischen Pyramiden längst leer geräumt und die meisten Grabräuber haben anscheinend aufs Musical-Business umgesattelt.

3. Das Austro-Pop-Syndikat mit seinem Paten-Dreigestirn Ambros, Fendrich, Danzer. In den falschen Händen kann selbst eine harmlose Wandergitarre zur Waffe werden …

4. Hubert von Goisern. »Einmal um die ganze Welt«, um als Künstler endlich ernst genommen zu werden.

5. Hans Theessink/Peter Ratzenbeck. Die Dunkle Seite der Macht ist geschlagen. Mit ihrer eigenen Waffe: Der Wandergitarre.

6. Attwenger. Ich liebe exotische Instrumente. Knopfharmonika, Maultrommel, nichts wär’ mir lieber.

7. Kruder & Dorfmeister. Wissen sogar, wie man bei Madonna die richtigen Knöpfe drückt …

8. HC Strache. Zu Hip Hop in Österreich fällt mir nicht besonders viel ein. Sorry, aber in Hans Krankls Worten: »I bin enttäuscht…«

9. »You know Bokkläng?«, fragte einst ein Hillbilly in Iowa und blies genüsslich Rauchringe an die Decke. Zugegeben, keine verlässliche Quelle, aber eine Liste ohne Bauchklang? Nein danke!

10. Disharmonic Orchestra. Kopfmusik aus Klagenfurt. Herwig Zamernik spielt jetzt bei Naked Lunch, D. O. scheinen Geschichte. Schade.

11. Pungent Stench. Mit ihrer Tournee durch Australien haben sich die Wiener Mordbuben seinerzeit viele neue Fans erspielt.

12. Jack Frost. Arbeitlose Alkoholiker aus Linz, noch nie war Musik so schön traurig …

13. Antonius Block. Österreichische Ausnahme-Sängerin wagt den Sprung über den großen Teich und schafft mit Ami-Band vielleicht den großen Wurf …

14. And finally, maybe the greatest of them all: Joe Zawinul. Unerreicht. Wahrscheinlich für immer.

Ich weiß schon, ich hab Mozart vergessen (War der überhaupt Österreicher? Die Diskussion um einstige Machtgebiete lässt mich immer wieder schmunzeln … egal, ob musikalisches Genie oder tumber Tor, seit wann kann ein Staat einen Menschen »besitzen«?), Arnold Schönberg und Alban Berg und wenn ihr Zeit und Muße habt, leiht auch diesen Dreien mal euer Ohr.

Und gebt (um Himmels Willen!) auch der neuen Naked Lunch eine Chance, ihr müsst ja nicht gleich einen Eid auf die Flagge schwören, Musik ist das wahre Esperanto.

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