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Die Europameisterschaften im Fußball ziehen ins Land und die Universität verlässt schon im Vorfeld das Spielfeld. Dummer Spielfehler oder taktische Meisterleistung?
Im Sommer dieses Jahres hat Kärnten, nein eigentlich die Landeshauptstadt Klagenfurt, die Ehre König Fußball ein Stadion und alles was zum Spiel der Spiele dazu gehört zur Verfügung stellen zu dürfen. Man möchte meinen das sei eine Ehre für alle Bewohnerinnen und Bewohner des kleinen Städtchens, doch eine unbeugsame Universität an den Ufern des Wörthersees bäumt sich gegen die Riesin UEFA auf und versperrt ihre Tore. »Wir müssen leider draußen bleiben.« könnte, unter dem Bild eines Fußballers mitsamt seinen Fans, auf einem Schild stehen, das dann direkt neben der zweisprachigen Ortstafel vor den Pforten, die das Wissen horten, im Gras steckt.
Ganze drei Spieltage wird es im neu gebauten Wörtherseestadion in Klagenfurt geben, nämlich am 8. Juni (Deutschland gegen Polen), 12. Juni (Kroatien gegen Deutschland) und am 16. Juni (Polen gegen Kroatien). Aufgrund der günstigen Auslosung werden nicht nur tausendem sondern gleich abertausende Fans erwartet, von denen sich einige, während sie ihr Fußballfest in Kärnten feiern, im Europapark heimisch niederlassen werden.
An den Ufern des Wörthersees also werden im Juni nicht nur Fußballschlachten ausgetragen, nein, auch die Schlachtenbummlerinnen und -bummler schlagen ihre Zelte auf, öffnen ihre Dosenbiere und werfen ihre Steaks auf den mitgebrachten Campinggrill. (Ob die strengen Feinstaubregelungen dafür wohl kurzfristig auf Eis gelegt werden?) Dass dies alles unweit der Universität passiert, ist den Herren unseres hochgeschätzten Bildungshauses natürlich nicht verborgen geblieben, woraufhin kurzerhand beschlossen wurde, die Universität für diese Zeit zu schließen. Das heißt, vom 12. Juni bis 16. Juni ist die Universität zu. Und das nicht ohne Grund, ist denn doch davon auszugehen, dass der Weg der siegestollen, oder auch verlustgeschwächten, Fußballnarren, die man gemeinhin auch Fans oder Hooligans nennt, wohl oder übel direkt vorbei an den heiligen Bildungshallen zum Stadion führen wird. Denn die Universität liegt direkt zwischen Europapark, dem wohl ausgesuchten Schlafplatz der Fans, und dem Austragungsort der Fußballspiele, dem Wörtherseestadion. »Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Sicherheitsdiener oder Polizisten.« Dann doch lieber vorsorglich zu die Türen!
Die eifrigen Studierenden aus Klagenfurt brauchen sich allerdings nicht zu grämen, denn im Austausch für die universitätsfreie Zeit wird die Bibliothek ihre Öffnungszeiten vor und nach den EM Spielen verlängern um die wertvolle, verlorene Zeit wieder aufzuholen, die ma bei 35 Grad im Schatten sonst in der Bibliothek zugebracht hätte. Die EM-Närrinnen und -Narren unter den Studierenden werden sich freuen auf diesem Wege sowohl ihren Plichten, als auch ihren Freuden nachgehen zu können.