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Sommerzeit ist Praktikumszeit. Und pünktlich wie die Frühlingsglocken wird über den Wettlauf um die letzten Praktikumsplätze berichtet. Und es scheint dramatisch zu sein: alles ist knapp und das was übrig ist wird immer knapper. Ein Praktikum zu finden wird mittlerweile zu einem Ding der Unmöglichkeit stilisiert. Die latent besorgten Eltern werden noch nervöser und irgendwann triffts auch einen selbst: Bitte, bitte ein Praktikum, egal was und zu welchen Konditionen – man muss ja froh sein, wenn man überhaupt etwas bekommt.
Die Unternehmen hingegen nutzen die Unsicherheit: Sie können fast bedenkenlos gering oder unbezahlte Praktika zu fast unzumutbaren Bedingungen anbieten, Vollzeitstellen durch Jung-AkademikerInnen substituieren, lästige Kleinarbeiten wie Archiv- oder Datenbankpflege kostengünstig erledigen lassen. Alles wird akzepiert und sorgt für eine zweifelhafte Win-Win Situation: für Studierende gibt’s einen mittlerweile gefühlten Lottogewinn einer Praktikumsstelle – zwar ohne Zusatz-Zahl(ung-), aber immerhin – und für Unternehmen eine junge, dynamische Arbeitskraft für lau und mit jedem neuen Jahrgang kommt Nachschub.
Doch bedeutete ein Praktikum nicht einmal so etwas wie Berufsorientierung bei enstprechender Bezahlung mit Chance auf einen späteren Berufseinstieg? Ja, das gab’s mal und um die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes zu schärfen (und die Bedingungen für Studierende zu verbessern), rief zum Beispiel das deutsche Job- und Wirtschaftsmagazin »Karriere« die Initiative »Fair Company« ins Leben. Wie bei den Fair-Trade Bananen wird ein Gütesiegel an jene Unternehmen verliehen, die PraktikantInnen nicht mit vagen Aussichten auf einen Arbeitsplatz ködern oder durch sie Vollzeitstellen ersetzen. Faire Untenehmen bieten eine adäquate finanzielle Entschädigung und genug Möglichkeit zur Berufsorientierung und persönlichen Wissenserwerb. In Deutschland nehmen schon mehr als 800 Unternehmen an der Aktion teil. Kontrolliert von den Studierenden selbst!
In Österreich gibt es keine vergleichbare Initiative. Hierzulande hängt der Stellenwert eines Praktikums von den einzelnen Praktikasuchenden ab und an dieser Stelle sei eindeutig gesagt: kein Praktikum der Welt ist so gut (außer ehrenamtliche), dass man es gratis oder schwer unterbezahlt machen muss. Im Gegenteil: wenn Unternehmen schon bei den steuerbegünstigten Praktikagehältern geizen, dann werden die restlichen Konditionen auch nicht rosig sein. Deshalb lieber sich selbst etwas wert sein, Praktikums-Billig-Angebote von Unternehmen sanktionieren und am besten das Unternehmen gleich mit.
Zu früh ist holt man sie aus dem Kasten, zu weiß sind die Schenkel unterhalb der paar Quadratmeter Stoff und zu schnell passiert’s, dass der Grippeteufel einem auf der Schulter sitzt: Der Sommer ist in Sicht, aber leider nur durch das Fernglas. Sonnenstrahlen locken uns aus unseren Verstecken, das Aufstehen fällt nicht mehr ganz so schwer und die Freude über ein paar wärmende Strahlen paart sich mit Übermut, zu früh zu den kurzen und leichten Klamotten zu greifen. Zack – Schnupfen, Husten, Halsschmerzen. Was hilft? Die nach Winter müffelnden Schals hervorkramen, die verhassten Kapuzenpullis drüberstülpen und wenn möglich noch die langen Unterhosen über die Hüften ziehen. So schön, wie weiße Schenkel unter dem Supermini, sieht’s natürlich nicht aus, aber die Nieren werden’s einem danken!