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Bologna Burns

Bologna Burns

Bildung ist (un)bezahlbar!

Wien – 11.03.2010
Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Bologna Initiierung waren die europäischen BildungsministerInnen am Donnerstag den 11.03.2010 im Wiener Burghof zum Tanz geladen worden, um diesen runden Geburtstag gebührend zu feiern. Womit sie bei der Planung nicht gerechnet hatten, waren die massiven Proteste, die sie in der Bundeshauptstadt zu erwarten hatten. Angeregt und organisiert durch die AudimaxbesetzerInnen – unter dem neuen Namen „Bologna Burns“ – trafen sich 10.000 Menschen, darunter Studierende aus verschiedenen europäischen Ländern, GewerkschaftlerInnen und AnhängerInnen der Kommunistischen Partei um 15 Uhr am Westbahnhof, um gegen die europäische Bildungsmisere zu demonstrieren.


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Sebastian Haberland

Ziel war es, den europäischen MinisterInnen zu zeigen, dass es keinen Grund zum feiern gab. Nach anfänglich einführenden Reden zog ein – mit einer mehrere tausend Watt starken Musikanlage beladener – LKW und einige Kleintransporter durch die Wiener Innenstadt, um für eine bessere Bildung und gegen den Bolognagipfel zu demonstrieren. Ihnen folgten die friedlichen Menschenmassen vier Stunden lang mit Parolen, Musik und viel Engagement. Gegen 19 Uhr endete der Zug vor dem Wiener Burghof und über die Lautsprecher dröhnten weitere Instruktionen für diejenigen, die einer Sitzblockade beiwohnen wollten, um den MinisterInnen auf ihrem Weg zum Tanz es doch ein wenig schwieriger zu gestalten. Nach den ersten erfolgreichen Behinderungen der anrollenden Limousinen kam die Polizei zum Einsatz und entfernte die Demonstranten nachdrücklich. Die nächsten Tage standen ganz im Zeichen von internationalem Austausch und Vernetzung der Studierenden. Im alten AKH, dem Campus der Universität Wien, wurden Workshops in verschiedenen Hörsälen abgehalten. Angefangen am Freitag mit einem gemeinsamen Plenum und Welcome im großen Hörsaal C 1, teilten sich die ca. 4000 übrig gebliebenen Studierenden auf das große Workshopangebot auf. In diesen Tagen fanden zahlreiche interessante Diskussionen, Vorträge und Expertenrunden statt, die sich mit einer breiten Palette von Themen beschäftigten – u.a. Bildungspolitik in Europa, Mobilisierung der Studierenden, Studierendenproteste im Iran uvm.. Durch die Fülle an internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde unter den Studierenden nach ÜbersetzerInnen gesucht, welche sehr erfolgreich die Diskussionen synchron übersetzten. Die gemeinsam angereisten italienischen Studierenden brachten sogar ihren eigenen Dolmetscher mit, um perfekt an jeglicher Diskussion teilnehmen zu können. Auch durch das in Englisch angebotene Programm entstand ein europäisches Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Studierenden, was von starker Solidarität untereinander und dem gegenseitigen Verständnis der verschiedenen Situation geprägt war. Das gemeinsame Essen durch die schon zur Audimaxbesetzung erfolgreiche Volxküche verstärkte diese noch. Die drei sehr gut organisierten Tage, in denen für Verpflegung, Unterkunft und Programm durch das Bologna Burns Team und seinen HelferInnen gesorgt war, waren ein Zeichen: Ein Zeichen, dass den Studierenden von heute Bildungspolitik nicht egal ist, weil es sie, ihre internationalen KommilitonInnen und uns alle betrifft.

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