Navigationselemente überspringen…
Von 26. bis 30. April hieß es für eine kleine Reisegruppe: Ahoi Praha! Es ging von Klagenfurt aus mit dem Zug über Wien nach Prag. Die Reise wurde vom Queer-Referat der ÖH organisiert und konnte schließlich 25 Reiselustige in die tschechische Hauptstadt locken.
Ein Nebel aus Abgasen breitet sich über die Straßen aus, als wir die Herberge verlassen. Unser Ziel ist die Stadtmitte, also das historische Zentrum der goldenen Stadt. Hier, wo sich tagsüber tausende Touristen die Straßen entlang schieben und so die Arbeitsbedingungen der Taschendiebe erheblich erleichtern, spielt sich auch das Prager Nachtleben ab. Unser Weg führt vorbei an historischen Gebäuden die bedeutungsschwer auf mich herabblicken. Mich fröstelt es. Vor mir erhebt sich ein Märchenschloss inmitten eines Waldes aus Häusern und mir wird bewusst: Ich befinde mich gerade in einem Stück lebender Geschichte.
Wir entdecken eine passende Kneipe und genehmigen uns ein erstes Bier. Was sonst? Schließlich sind wir in Tschechien, wo Bier immerhin weniger kostet als Cola! Die Nacht schreitet voran und wir landen letztendlich in einem Hard Rock Cafe, wo der schlechteste DJ der Welt alles andere als wirklich harten Rock spielt. Was soll’s, nur eine der Kuriositäten die Prag zu bieten hat. Irgendwann sehr früh am nächsten Morgen fallen wir erschöpft in die versifften Betten unserer bescheidenen Herberge.
Der Wind bläst, die Stadt ist in trübes Licht getaucht und die Monumente ragen geisterhaft in den grauen Himmel auf, während der Regen die Luft von Feinstaub befreit. Die Kälte kriecht uns unter die Haut und wir suchen Schutz in einer der zahlreichen Lokalitäten Prags. Auf der Speisekarte: »Hänchenschwingen«. Eine Kuriosität mehr. Die Nächste offenbart sich uns, als wir das Kommunismusmuseum finden: Es befindet sich oberhalb eines der zahlreichen McDonalds und neben dem Casino. Hoch lebe der Kapitalismus!
Nach vier Tagen ausgiebigen Genusses tschechischen Biers, langen Nächten, wenig Schlaf, verchlorten Duschen und haufenweise Fast Food stehen wir in der U-Bahn am Weg zum Bahnhof und zurück in die Heimat. Die letzten tschechischen Kronen ausgegeben steigen wir erleichtert in den etwas altertümlichen tschechischen Waggon, lassen Prag hinter uns. Wer hätte da gedacht, dass ausgerechnet die Österreichischen Bundesbahnen maßgeblicher Verursacher unserer Verspätung werden sollten?