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Die Plattform Unabhängiger Studierender (PLUS) zeigte mit Unterstützung des Klubs slownischer Studentinnen und Studenten in Kärnten (KSŠŠK) wieder mal, was der ORF laut neuesten Meldungen auch weiterhin nicht zeigen wird: »Artikel 7 – Unser Recht« einen Film über die Ortstafelstreitereien und die traurige Lage der Kärntner Sloweninnen und Slowenen. Danach stellten sich der Regisseur Thomas Korschil, Rudi Vouk vom Rat der Kärntner Slowenen, und die Historiker Valentin Sima und Wilhelm Wadl der von Bojan Wakounig moderierten Diskussion mit Publikumsbeteiligung.
Korschil und Eva Simmler zeigen in ihrem Film aus dem Jahr 2005 die komplizierte Geschichte der Kärntner Slowenen. Dabei sind die Fakten von trauriger Aktualität. »Der Film ist nicht ausgewogen, die Mehrheit der Kärntner kommt kaum zu Wort und es wird nur aus der Perspektive der Minderheit erzählt«, merkte Wilhelm Wadl (Leiter des Kärntner Landesarchivs) in der anschließenden Diskussion an. Regisseur Korschil bestätigte dies und gab an, diese Perspektive absichtlich gewählt zu haben. Was ihn allerdings störe sei, dass Wortmeldungen von Sympathisantinnen und Sympathisanten, die selbst gar keine Kärntner Sloweninnen und Slowenen seien, automatisch der Minderheit zugeordnet würden, obwohl sie aus der Bevölkerungsmehrheit stammen. Valentin Sima (Institut für Geschichte der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt) stört in diesem Zusammenhang auch, dass die Ablehnung gegenüber der slowenischen Volksgruppe immer noch erschreckend groß sei. Positiv sieht Sima den EU-Beitritt Sloweniens, mit dem das Slowenische aufgewertet werde. Rudi Vouk (Rat der Kärntner Slowenen) sieht als Jurist eigentlich keine Notwendigkeit für einen Kompromiss mit der Landesregierung, denn die im Staatsvertragsartikel 7 verankerten Minderheitenrechte seien bindend und stünden nicht zur Diskussion. Obwohl die Volksgruppe also auf ihr Recht pochen könnte, sei sie jedoch kompromißbereit.
Historiker Wadl sieht als Grundlage für diese Diskussion ein gemeinsames Geschichtsbild, das er und Fachkolleginnen und -kollegen nun zeichnen wollen. Dabei bringe es nichts auf »Mythen herumzutrampeln« und in historischen Parallelwelten zu leben, sondern man müsse »Gemeinsames herausstreichen«. Historikerkollege Sima sieht keine Annäherung der Geschichtsbilder, im Gegenteil, die Widersprüche hätten sich in den letzten Jahren verstärkt. Vouk sieht ebenfalls Parallelwelten, allerdings mit Kärnten auf der einen und »Rest«-Österreich auf der anderen Seite. Immerhin sei das BZÖ österreichweit die kleinste, in Kärnten aber die stimmenstärkste Partei. Zusätzlich befremdet ihn, dass die slowenische Volksgruppe immer als radikal hingestellt würde. »Ist die Achtung des Staatsvertrags etwa radikal?«, fragt der Anwalt und legt nach: »Wir kommen ja gar nicht dazu, unsere Interessen zu vertreten, weil wir ständig unseren Rechten nachlaufen müssen.«
Für die Zukunft ist Vouk vorsichtig optimistisch, immerhin hätte die neue Regierung eine Lösung der Problematik bis Sommer 2007 versprochen, »aber wir Kärntner Slowenen sind gebrannte Kinder was solche Versprechen angeht«, schränkt er ein. Wadl, der sich, aufgrund einiger scharfer Wortmeldungen aus dem Publikum als »Reibbaum« und in die »Ecke gedrängt« sieht, meint, eine Lösung könne zwar durch die Politik herbeigeführt werden, aber die Menschen müssten auch bereit sein sie zu leben. Auch Sima findet es wichtig, aufeinander zuzugehen. Er sieht die Chance vor allem in der EU. Korschil sieht wenig Licht für eine Lösung, da der politische Wille fehle.