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Wir hätten es wissen müssen

Warum ein ehemaliger ÖH-Vorsitzender ein Déjà-vu erlebt und mit der ÖVP-AG keine ÖH zu machen ist.

Die Geschichte ereignet sich zweimal, postulierte Hegel, und Marx fügte spöttisch hinzu: Einmal als Tragödie, einmal als Farce. Und so fühlt man sich dieser Tage unweigerlich an das Jahr 2004 erinnert, als in der ÖH Klagenfurt Putsch gespielt werden sollte.


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Peter Putzer
ÖH-Vorsitzender 2003–2004

Damals wie heute gab es die Fraktion »Aktionsgemeinschaft« an der Klagenfurter Uni nur ob des massiven Engagements der Kärntner JVP. Damals wie heute bestand die Auffassung von ÖH-Arbeit des von dieser Fraktion gestellten ersten stellvertretenden ÖH-Vorsitzenden primär darin, bei der täglichen Zeitungslektüre möglichst oft über den eigenen Namen zu stolpern. Und damals wie heute waren es die Unabhängigen, die mit ihrem Engagement und Einsatz die ÖH am Laufen hielten und sie zu einer einflußreichen Interessensvertretung für die Studierenden gemacht haben.

Die Unabhängigen wohlgemerkt, nicht nur die Mitglieder der PLUS (denn von letzteren gab und gibt es stets zu wenige, um alleine und in eigener Machtvollkommenheit zu walten). Studierende, denen es nicht um eine Parteikarriere geht, sondern die für ihre Kolleginnen und Kollegen etwas erreichen wollen. Kein Platz für Freunderlwirtschaft.

Eine höchst unbefriedigende Situation, wenn man der Mutterpartei für Gemeinderats- oder Landtagswahlkämpfe eine Bühne bieten will. Grund genug für einen Putsch, oder zumindest für den Versuch eines solchen. Logisch, denn für eine wirkliche Studierendenvertretung fehlen einer Retortenfraktion ohnehin die quantitativen und qualitativen Ressourcen.

Wir hätten es wissen müssen.

Kommentare

  1. Re: Wir hätten es wissen müssen

    zum Thema populistische Wortwahl:

    Ein Putsch oder Staatsstreich ist eine überraschende, meist gewaltsame Aktion einer Gruppierung, meist einer gesellschaftlichen Minderheit, mit dem Ziel, die Regierung zu stürzen und die Macht im Staat diktatorisch zu übernehmen. Putschisten sind in der Regel hohe Militäroffiziere oder Führer paramilitärischer Organisationen. Oft übernimmt aber auch eine Gruppe die Macht, die bereits Teile des Staates legitim kontrolliert. Dies ist etwa der Fall, wenn die Legislative von der Exekutive ausgeschaltet wird. Häufig folgt auf einen Putsch eine Militärdiktatur oder die Herrschaft eines autoritären Regimes.
    (Quelle: Wikipedia)
    überraschend – scheinbar nicht
    meist gewaltsam – bis auf einige verbale seitenhiebe keine Gewalt erkennbar
    meist einer gesellschaftlichen Minderheit – nicht gegeben
    die Macht im Staat diktatorisch zu übernehmen – eine demokratische Umstrukturierung (unter welchen diffusen Motiven auch immer) ist keine Diktatur
    Putschisten sind in der Regel hohe Militäroffiziere oder Führer paramilitärischer Organisationen. – unzuttreffend
    Häufig folgt auf einen Putsch eine Militärdiktatur oder die Herrschaft eines autoritären Regimes. – siehe oben

    Was von diversen Seitenhieben (Stichwort: „Blockade“) zu halten ist, macht ihr euren Lesern schon klar. Der Gegenseite aber einen „Putsch“ zu unterstellen und gleichzeitig über die gegnerische Rhetorik zu klagen ist schon ein wenig bigott.

    1. Re: Re: Wir hätten es wissen müssen

      Liebe/r „zeitgeist“!

      Natürlich ist eine ÖH-Exekutive keine Regierung und insofern wäre es vielleicht besser gewesen, „Putsch“ unter Anführungszeichen zu setzen. Andererseits gibt es auch so etwas wie eine übertragenen Bedeutung – im Falle des Begriffs „Putsch“ eben z.B. die eines überraschenden und heimlich geplanten Umsturzversuches in einem Gremium. Gerade diese übetragenen Bedeutungen werden im politisch-ökonomischen Diskurs vielfach gebracht, sei es vom Spiegel (http://wissen.spiegel.de/wissen/d…kument.html?id=41939302&top=SPIEGEL), von der Financial Times (http://www.ftd.de/unternehmen/han…Putsch%20TUI%20Rebellen/352934.html) oder von anderen Online-Medien (http://eurolinux.ffii.org/news/coup01A/index.de.html), weswegen ich als Kommentator auch davon ausgehe, daß unsere Leserinnen und Leser im Kontext den Begriff auch ohne Anführungszeichen richtig verstehen.

      Was die angeblich fehlende Überraschung anlangt: Selbstverständlich war die Aufkündigung der Koalition durch die ÖVP-AG für die PLUS überraschend, mein Kommentar stellt schlicht eine rückblickende Analyse dar.

      Beste Grüße,
      Peter


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