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Volkskino Klagenfurt — Es ist Sonntag Morgen und ich stehe in der kleinen Empfangshalle des Volkskinos. Gleich werden zwei Freunde von mir auftauchen, mit denen ich zum Filmfrühstück verabredet bin.
Jeden zweiten Sonntag kann man den Kinotag mit Semmeln, Kaffee und Marmelade im Café des Volkskinos beginnen, um sich anschließend in gemütlicher Atmosphäre ins Kino setzen. „Melancholia“ steht auf dem Programm.
In einem Satz zusammengefasst: Fremder Planet prallt mit der Erde zusammen. Klingt nach plumper Action – doch das Wissen um von Triers frühere Filme (Dogville, Antichrist, oÄ) lässt etwas anderes erwarten.
Und so setzen wir uns in das kleine Kino und fühlen uns direkt sehr geborgen. Wir gehen nicht in einer schier unendlichen Masse an KinobesucherInnen unter, sondern fühlen sowas wie eine familiäre Atmosphäre. Der Film beginnt mit einer minutenlangen Zeitlupensequenz, in der, von Wagner unterlegt, der Weltuntergang, quasi das Ende des Filmes, skizziert wird. Das bedrohlich-dramatische musikalische Thema des Filmes lässt einen auf der einen Seite zwar andauernd das Schlimmste befürchten, nimmt einem im selben Augenblick aber auch jegliche Sorge.
Dass Lars von Trier selber (wie auch Hauptfigur Justine, welche von der ebenfalls depressionserprobten Kirsten Dunst gespielt wird) an einer Depression leidet, lässt den Film sehr authentisch wirken – genau wie das Kino. Der Film ist sehr farblos in Grautönen gehalten – wie das Kino, in dem man nervtötend blinkende Neonreklamen vergeblich sucht. Verstärkt wird das ganze durch die überschaubare Größe des Kinosaals. Man befindet sich förmlich im Film, der auch nur auf dem Gelände eines schwedischen Schlosses spielt.
Von Trier zelebriert den Weltuntergang – mit Freude. Und kommt dabei ohne Plünderungen, Vergewaltigungen und Massenpaniken aus. Wie das Volkskino: Nicht für die Masse – aber super.