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Als ich letztens in der Aula saß und mich genüsslich meinem Café und Donut zuwandte und dabei – oh Wunder – auf Facebook surfte, schnatterte ein Grüppchen von vier Mädels unentwegt und aufgeregt über ihre erste Hausarbeit, die sie abzugeben hatten. Erste Hausarbeit… das waren noch Zeiten.
Mittlerweile habe ich so viele Hausarbeiten abgegeben, wie George Clooney Frauen hatte. Erste Hausarbeit und erstes Semester, ich erinnerte mich zurück an die Zeit wo ich an die Uni kam. Allein schon als ich das erste Mal durch den Haupteingang schritt, war alles viel größer als ich es aus der Schule kannte. Überall traf man beschäftigt aussehende Studierende, die mit ihren Büchern unterm Arm Richtung Ausgang marschierten. Andere saßen in Grüppchen in der Aula und diskutierten lautstark. Anderswo wurde zusammen gelernt. Im Gegensatz zur Schule, traf ich keinen langweilig drein schauenden, in der Tupperware wühlenden und sich über Muttis Pausenbrot mokierenden Schüler.
Die Faszination Uni war groß und noch größer war das Verlangen sich in dieses Geschehen zu stürzen. Also inskribierte ich mich für die Medien–und Kommunikationswissenschaften, absolvierte brav den Aufnahmetest und wurde als ordentlich Studierende aufgenommen. Nun konnte das große Abenteuer Uni beginnen! Ich war froh diesen neuen Lebensabschnitt anfangen zu dürfen und vor allem schätzte ich das Privileg studieren zu können.
Doch bevor es losgehen konnte, brauchte ich Kurse – ein Stundenplan musste her.
Also loggte ich mich zunächst einmal ins System ein. Eine Seite vollgepackt von oben bis unten mit Lehrveranstaltungen baute sich vor mir auf. Runterscrollen war sinnlos, da es nur den halben Tag in Anspruch genommen hätte. Also versuchte ich mich durch die Navigationsleiste durch zu stöbern. Nach ewig langem Verwirrspiel hatte ich mir endlich ein Stundenplan zusammengestellt – oder zumindest was es sein sollte.
Schon bald musste ich mich der wissenschaftlichen Arbeit zuwenden und konnte die Bibliothek nicht mehr meiden. Schon bei der Führung in den Anfangswochen, war ich vom Aufbewahrungs– und Nummerierungssystem überfordert. Wie bei Moodle, bewährte es sich jedoch hartnäckig zu bleiben und sich einfach durch zu stöbern. Mittlerweile kann ich sogar behaupten, mich in der Bibliothek auszukennen. Ja, die Uni war am Anfang ein großes Labyrinth mit vielen Herausforderungen, die man erst meistern musste. Zurückblickend bin ich froh, dass ich all diese hinter mir habe und ich meine Lehrveranstaltungen zu Beginn des Semesters problemfrei wählen kann, naja – es sei denn es überschneidet sich nicht alles oder es herrscht das Gesetz des „hartnäckigen Sitzfleisches“. Oder dass ich in der Bibliothek binnen kürzester Zeit mein Buch finde – ok eigentlich sind die meisten Bücher schon vergriffen, wenn ich sie brauche.
Dennoch sind die Anfangsprobleme mehr oder weniger vorbei. Der Uni Alltag hat nun ganz andere Facetten angenommen. Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, wo jemand während der Lesung aufstand, um sich etwas zu essen zu holen und wie ich Ihn mit großen Augen zurück zum Platz verfolgte. Mitten im Unterricht wurde einfach gegessen oder getrunken. Man kann kommen und gehen, wie es einem gerade passt und bis heute bewundere ich es, mit was für einer Ruhe mache ProfessorenInnen das Geraschel und Gekruschel während ihres Vortrages hinnehmen.
Auch die Internetnutzung überraschte mich damals, mittlerweile ist dies Standard zwischen durch im Cyberspace zu surfen.
Auch wenn der Anfang schwer ist, so ist das Maß an Selbstbestimmung, was man uns einräumt etwas, was ich persönlich sehr schätze. Im Gegensatz zur Schule, fühle ich mich autonom und kann meinen Lernprozess selber steuern und bestimmen. Ich bin dafür verantwortlich, was und wie viel ich wissen will. Für solche Freiheiten, nimmt man doch am Anfang gerne einige Schwierigkeiten auf sich.