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»Eins, zwei, drei, oh du wunderschöne Loreley …«. Fassungslos betrachte ich das Autoradio. Was ist das? Ist das jetzt ernst gemeint? Oder vielleicht eine Parodie? Ich bin während des ganzen Liedes einfach nur verwundert. Schlager? Electro? Und die Stimme … alles war merkwürdig. Die wunderschöne Loreley ging mir auch nach 30 Minuten Autofahrt nicht aus dem Kopf. Ich war neugierig: wer macht solche Musik? Und vor allem: warum?
Die Frage danach, wer solche Musik macht, lässt sich mit »Alexander Marcus« beantworten. Die Frage nach dem Warum ist schon etwas komplizierter. Mit »Ciao Ciao Bella« fing alles an. Es war das erste Video, das die Kunstfigur Alexander Marcus vor zwei Jahren bei YouTube eingestellt hat, doch nur wenige haben sich anfangs für Electrolore interessiert. Dieses von Alexander Marcus selbst so benannte Musikgenre setzt sich zusammen aus Electro und Folklore, vereint also Schlager mit Elektromusik.
Anfangs gab es noch kein großes Interesse an dem »Electroloriker‹. Vielleicht war die Welt noch nicht reif für einen Alexander Marcus. Es dauert fast ein Jahr, bis die Neugier größer wird als die Berührungsangst. In Zahlen kann man die Neugier auch so ausdrücken: über zwei Millionen User schauten sich das Papaya-Video bei YouTube an.
Der Hype um den Berliner wirft viele Fragen auf. Wer ist dieser Alexander Marcus und was will er uns mit seiner Musik sagen? Der angeblich Interviewscheue muss sich vielen Fragen stellen und seine Message ist, dass er keine Message hat. Sagt er zumindest. In einem Interview. Was ist also das Geheimnis um Alexander Marcus: ist es sein außergewöhnlicher Tanzstil, sein unwiderstehliches Lächeln, seine trashigen Videos oder einfach das, dass es keines gibt? Vielleicht liefern Die Ärzte eine mögliche Antwort: »Es wird immer viel zu viel hineininterpretiert. Wenn wir ficken sagen, dann meinen wir ficken.« Lassen wir also Alexander Marcus singen und hören ihm dabei zu. Oder auch nicht.