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Die Studiengebühren sind weg!

Ein zerrissener Zahlschein für die Studiengebühren

Acht Jahre hat die Studiengebühr in Österreich gehalten. Geschichtlich gesehen eine lächerlich kurze Dauer. Trotzdem kam es den betroffenen Studierenden lang vor. Und deshalb blieb sie fast ununterbrochen Thema des politischen Diskurses und wird es vermutlich auch nach der Abschaffung noch eine Zeit lang bleiben. Der Streit um die Studiengebühr ist mehr als ein Streit um ein Symbol.

Im Jahr 2000 bildet sich die Koalition von ÖVP und FPÖ mit Wissenschaftsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP). Ein Jahr später führt die neue Regierung die Studiengebühr ein. 363,36 Euro pro Semester müssen EU-Bürgerinnen und -Bürger künftig zahlen. Studentinnen und Studenten aus Drittstaaten zahlen das Doppelte. Begleitet von Stipendien und Rückerstattungsprogrammen, geht trotzdem die Empörung durch die Universitäten. Die ÖH organisiert Demonstrationen, die aber folgenlos bleiben. Vorerst. Wenige Tage vor der Nationalratswahl 2008 werden die Gebühren in einer turbulenten Sitzung von SPÖ, den Grünen und der FPÖ wieder abgeschafft.


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Daniel Gunzer
PLUS-Vorstandsmitglied

Was bleibt?

So wie vorher ist es trotzdem nicht. Keine Gebühren zahlen nur jene die gewissen Kriterien erfüllen. So darf die vorgesehene Studiendauer pro Studienabschnitt nur um zwei Semester überschritten werden. Zivil- und Präsenzdienste während der Studienzeit werden ebenso angerechnet wie Kinderbetreuung. Auch bei längerer Krankheit oder einer Schwangerschaft wird diese Frist verlängert. Was für die Universitäten gilt, gilt auch für die Pädagogischen Hochschulen, nicht aber für die Fachschulen. Diese müssen weiterhin zahlen. Studentinnen und Studenten aus Drittländern zahlen jetzt statt der doppelten nur mehr die einfache Studiengebühr.

Zugangsbeschränkungen fallen

Mit den Gebühren werden auch gleich die Zugangsbeschränkungen abgeschafft. Lediglich in den medizinischen Fächern und in Psychologie bleiben sie aufrecht. In Klagenfurt waren seit 2005 Beschränkungen in Publizistik, Betriebswirtschaft und Psychologie vorgesehen. Da die Zahl der Inskriptionen aber nie die festgelegte Obergrenze überschritten hat, sind sie nie in Kraft getreten. Da dies aber immer erst ab Dezember bzw. Mai feststand, war für die Erstsemestrigen erst sehr spät klar, ob sie sich erst qualifizieren müssen oder nicht, was zu Verunsicherungen geführt hat.

Woher kommt jetzt das Geld?

Die Studiengebühren haben in Gesamtösterreich ca. 150 Mio. Euro eingebracht. An der Uni Klagenfurt sind so 4,8 Mio. Euro eingehoben worden. Diese Beträge werden laut Beschluss vom Staat ersetzt. Verschlechterungen der Studienbedingungen sind zumindest aufgrund der Abschaffung der Gebühr also nicht zu erwarten.

Wie geht’s weiter?

Die Gebühr für das laufende Wintersemester muss noch gezahlt werden. Erst im Sommersemester tritt die Regelung in Kraft. Interessant wird auch die Regierungsbildung. Theoretisch könnten die Gebühren wieder eingeführt werden.

Österreich hat ca. 220.000 Studierende. Eine eigentlich kleine Zielgruppe für ein so großes Wahlkampfthema. Die Studiengebühr und die Zugangsbeschränkungen sind aber auch Richtungsentscheidungen. Knapp 60 Prozent der Studierenden sind neben dem Studium erwerbstätig, um es sich überhaupt finanzieren zu können. Natürlich führt das zu Studienverzögerungen und hilft auch nicht die Akademikerquote zu steigern. Das können Stipendien und Beihilfen nicht ausgleichen. Die Abschaffung der Gebühr und die Zugangsbeschränkungen sind da schon effektiver um Österreich bildungsfreundlicher zu machen.

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