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Bruder Reinholds Giftküche; oder: Pech muss man haben

Wahlplakat von 1919: Prolet mit Brandfackel und Bombe, Slogan „Wenn ihr den nicht wollt, wählt Christlichsozial“

»Dirty campaigning« gibt es schon länger.

Wenn der Klagenfurter VSStÖ-Chef ankündigt, einen »Wahlkampf à la Lopatka« führen zu wollen, dann darf man das, politisch gesehen, durchaus als gefährliche Drohung auffassen. Doch wie ist es soweit gekommen, dass der Name des aus der grünen Mark stammenden ÖVP-Generalsekretärs solche Assoziationen auslöst?

Die »Arbeit« mit Untergriffen und Unterstellungen an sich hat – entgegen der landläufigen Meinung – durchaus auch in Österreich Tradition. Nicht nur, aber auch im christlich-sozialen Lager. Schon während der ersten Republik gab es etwa Wahlplakate, die einen gar grimmig dreinblickenden Proleten zeigten, in der einen Hand die Brandfackel, in der anderen eine selbst gebastelte Bombe. Dazu der Slogan »Wenn ihr den nicht wollt, so wählet Christlichsozial«.


Über die Autorin bzw. den Autor
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Peter Putzer
ÖH-Vorsitzender 2003–2004

Da geht man heute schon subtiler vor. Ein Ausrutscher wie der »Napalm«-Sager des roten Wahlkampf-Chefs Luigi Schober würde dem studierten Theologen Lopatka nie passieren. Sorgfältig wird darauf geachtet, dass Parolen wie »grüne Haschtraffiken,« »Zwangsvegetarisierung« und ähnliches nur von »unabhängigen Initiativen« und »Bürgerbewegungen« unters Wahlvolk gestreut wurden. Ein Schelm, wer böses dabei denkt, dass ausgerechnet subalterne ÖVP-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter gerne an solchen »unabhängigen« Initiativen beteiligt sind.

Pech für die steirische Volkspartei, dass ein vermeintlich angeworbener Student die später als »Wahlkampfknigge« bekannt gewordene Propagandaanleitung den Grünen zusteckte. Womit wir auch wieder den Bogen zu den Uni-Roten gespannt hätten. Ein Pech …

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