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Kärntens ungenierter Parade-DJ

Stefan Sagl ist gerade einmal 25. Und mischt als Elektro Sagl trotzdem schon ordentlich im österreichischen Clubgeschehen mit. Wie gerade Kärnten da geholfen hat, warum er glaubt, dass er »musikalisch durchgeknallt« ist und was man am Freitag bei »No more shit« von ihm erwarten kann.

»Wennst dauernd nur nach Shakira oder Bob Marley gfragt wirst, dann kannst als DJ entweder abhauen, a Schlägerei mit’m Publikum haben oder du wirst ziemlich durchgeknallt«, erzählt Elektro Sagl über die Zustände des nicht gerade als Audio-Mekka bekannten Kärnten. Als Provinz-Discjockey im Event- und Golf-GTI-Land muss man das anscheinend wirklich so angehen, wenn etwas dabei herauskommen soll. Deshalb tingelte der Lockenkopf zuerst mal quer durch Europa, lieferte sich zwischenzeitlich zuhause die eine oder andere Handgreiflichkeit mit Shakira-Fans und entwickelt seinen eigenen Musik-Stil – »musikalisch durchgeknallt« wie Herr Sagl meint.

Und genau diese »Durchgeknalltheit« macht ihm zum einen der gefragtesten DJs in der österreichischen Elektro-Szene: denn ziemlich ungeniert verrührt er Techno mit den besten Ingredienzen aus diversen Dekaden Disco, Rock, Pop, mit aktuellem Chart-Futter zu einem explosiven Tanzbodencocktail. Im Bundesland dessen Leitkultur von Nik P., DJ Ötzi und Jon Bon Jovi geprägt ist, musste sein Ansatz ein stets bewusst verführerischer sein: Vocals, Refrains und bekannte Melodien aber gleichzeitig immer elektronische Beats, die mehr Tanzstimmung garantieren als es 10 Schnapps zu »Summer of 69« je könnten. »Irgendwann hab i halt angfangen, zu meiner Musik auch noch Sachen dazuzumischen, die jeder kennt und dann ham plötzlich alle getanzt, selbst die, die mir vorher noch mit’m Aschenbecher gedroht haben«.

Tja und mittlerweile ist es nicht mehr Traudis Dorfkeller sondern das Springfestival, Air & Style und die angesagtesten Clubs der Alpenrepublik, wo Elektro Sagl seine Partysau-Musik zelebriert und mit gekonnter Show in Szene setzt. »Ich hab das Glück, dass ich alles live machen kann – also Platten kombiniert mit CDs ganz ohne den Computer-Kram, da ist man flexibler und die Leut ham was zum Schauen«, erklärt der mit viel Können ausgestattete Disc-Jockey. »Ordentlich draufkleschen, viel Samplen und viel Spaß haben« ist sein Rezept für chaotische Partystimmung zum Ausrasten.

Und trotz der österreichweiten Gigs spielt Elektro Sagl immer noch total gerne in (oder wir sagen besser für) Kärnten. »Für mich ist das schönste, die Leute zum abgehen zu bekommen, die normalerweise nix Elektronisches hören«, meint Elektro Sagl »weil die rasten dann doppelt so arg aus «. Dass dürfte dann auch am Freitag bei »No more shit« so sein.

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