Navigationselemente überspringen…

Das graue Gold

Freie Parkplätze an der Uni sind bisher noch gratis, aber in Zukunft wohl nur noch selten. Das Zauberwort heißt »Parkplatzbewirtschaftung«. Eine Einführung in die Marktwirtschaft.

Hier hab ich Platz, hier park ich ein

Bald parken nur noch gegen Bezahlung?

Parken bald nur noch gegen Bezahlung?

Jeden Tag kreisen gestresste Studierende wie Geier um die Uni. Kaum verlässt jemand autoschlüsselschwingend das Gebäude, wird er von einem Rudel Autos verfolgt, die nur das Eine wollen: seinen Parkplatz! Denn die sind Mangelware, so selten wie Gold, und deshalb heiß umkämpft. Studierende brauchen das graue Gold rund um die Uni wie die Amis das Öl im Irak. Nur ein wenig Platz zwischen zwei weißen Strichen, denn so ein Auto lässt sich schlecht mit in den Hörsaal nehmen, die Feinstaubbelastung wäre wohl unzumutbar. Manche kommen auch mit dem Fahrrad. Sehr gesund, und praktisch obendrein, aber auch sehr feucht und kalt an manchen Tagen. Darüber hinaus besuchen wir eine Pendleruniversität, nur sehr wenige Studierende leben am Campus, der Großteil muss weite Wege fahren bis er bei der Bildung ankommt und da sind die Öffis auch keine große Hilfe, denn ein Uni-Bahnhof bleibt wohl genauso Wunschdenken, wie eine direkte Busverbindung zum Hauptbahnhof.


Über die Autorin bzw. den Autor
Bild Name, Funktion und E-Mail-Adresse
Johannes Wouk
Johannes Wouk
PLUS.Punkt-Redakteur

Wer Parken will, muss zahlen

Wir fassen zusammen: Viele Autos, wenige Parkplätze und keine Alternativen. Aber halt! Wo arme Studierende ein Problem sehen, wittern findige Geschäftsmänner eine Chance. Denn was selten ist und viele brauchen, ist wertvoll, und man kanns teuer verkaufen (trivialste Marktwirtschaftlehre). Also denkt unser Rektor in einem Interview der Kleinen Zeitung laut über eine »Parkplatzbewirtschaftung« nach. Sollen Studierende für die nicht vorhandenen Parkplätze auch noch bezahlen? Das kennen wir doch schon. Jedes Semester zahlen wir fast 400 Euro für etwas das wir vorher gratis bekamen. Bildung als Investition eben. Aber investieren sollen bitte die, die gebildet werden wollen, oder die, die einen Parkplatz brauchen. Nur ist das mit Investitionen so eine Sache. Es bleibt eben ein gewisses Restrisiko (weniger triviale Marktwirtschaftslehre) und am Ende steht man vielleicht trotz Investitionen ohne Parkplatz bzw. dumm da.

Investitionen in die Zukunft

Gäbe es nicht andere Möglichkeiten? Die Stadt propagiert Park & Ride beim Minimundus, aber der Gratisbus hält nicht an der Uni. Ein gewaltiges EM-Stadion wird gleich um die Ecke gebaut, aber Parkplätze, die die Uni nach 2008 nachnutzen könnte: Fehlanzeige. Ein Kongresshotel im Landschaftsschutzgebiet? Kein Problem! Aber ein Parkplatz für die Uni am selben Grund: nene! Es ist halt alles eine Frage der Investoren. Aber Moment! Ich investiere doch auch 400 Euro im Semester in meine Bildung! Naja, die werden wohl anderweitig reinvestiert und mir kommt das nur indirekt zu Gute (ganz, ganz komplizierte Marktwirschaftslehre).

Kommentare


blank info