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Zweckwidmung der Studiengebühren. Noch in Erinnerung? Annähernd fünf Jahre ist es her, da die damalige Bildungsministerin Gehrer mit einem für ihre Verhältnisse geradezu radikal basisdemokratischen Vorschlag aufhorchen ließ: Die Studierenden sollten selbst über die Verwendung ihrer Studiengebühren entscheiden.
Selbst? Naja, fast. Ganz so frei und individuell hatte sich Gehrer das dann doch nicht vorgestellt. Denn schließlich sollten die Mehreinnahmen aus der, unter ihrer Federführung, eingeführten Bildungssteuer nach der Ausgliederung der Universitäten nicht mehr im Säckel des Finanzministers verschwinden, sondern den Unis zugute kommen. Und schließlich brauchten die Hochschulen das Geld ja dringend zum Ausgleich vorangegangener Budgetkürzungen.
Also kam es zu einer typisch österreichischen Lösung. Nämlich zu einem »Kompromiss«, mit dem niemand so richtig glücklich war. Die Studierenden nicht, denn sie sollten weiter zahlen. Die Rektoren nicht, denn eigentlich hätten sie viel lieber gänzlich frei über das nun hereinströmende »frische« Geld verfügt. Nur die Ministerin, die war glücklich. Und wie sieht es heute aus, fünf Jahre und eine Ministerin später? Eigentlich nicht viel anders. Viele Studierenden sind immer noch nicht froh, denn sie müssen immer noch zahlen. Manche haben sich damit abgefunden. Ist halt so.
Die Rektorate sind vielleicht etwas zufriedener, denn sie haben sich arrangiert und erfinden allerlei kreative Tricks, um die Zweckwidmung zu umgehen. Da wird schon einmal die Fortführung des Studiums »Informationsmanagement« als »Projekt« verkauft, oder die Unterstützung von reinen Forschungszentren, die ohnehin vom Ministerium gut dotiert werden, wie etwa des Nationalen Fachdidaktikzentrums Mathematik und des Instituts für Unterrichts- und Schulentwicklung, als »Verbesserung des Lehrbetriebs« tituliert.
Und der neue Minister? Der ist glücklich, denn ihm ist fast alles egal, so lange er nur täglich sein Bild in der Zeitung erspähen kann.