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Große Autos, schnelle Motorräder, scharfe Waffen und der Amerikanische Traum. Weite Reisen, wilde Freunde, exotische Drogen und eine Generation von Schweinen. Sela!
»Als dein Anwalt rate ich dir:« die Gonzo Generation zu lesen. Denn sie bietet einen unterhaltsamen und verstörenden Überblick über das, was als »Gonzo-Journalismus« in die Literaturgeschichte einging. Die Sammlung spannt den Bogen von »Das Kentucky-Derby ist dekadent und degeneriert« über »Eine Generation von Schweinen« bis zu »Richard Nixons Tod«. Herausgegeben hat sie der Heyne Verlag, aus dem Amerikanischen übersetzt Teja Swaner und geschrieben Dr. Hunter S. Thompson, der sich 2005 das Leben nahm.
Keine Ahnung wer das war? Naja, in unseren Breiten ist der Doktor nicht ganz so bekannt wie in seiner hassgeliebten Heimat USA, wo er u. a. für Rolling Stone, Time Magazin oder den National Observer schrieb. Hier zu Lande kennt man ihn am ehesten als fliegenklatschenschwingenden Freak, dargestellt von Johnny Depp, im Film »Fear and Loathing in Las Vegas«, der auf Hunters Roman basiert. Thompson schrieb Geschichten die Geschichte schrieben. Er trieb sich monatelang mit den Hell’s Angels rum und wurde schließlich von ihnen halb tot geprügelt. Er nahm jede erdenkliche und alle bedenklichen Arten von Drogen in rauen Mengen zu sich und schoss gerne mal mit Waffen um sich wenn er betrunken war.
Thompson durchstreifte Südamerika und lieferte politische Analysen und wirtschaftliche Ausblicke denen man nicht anmerkte, dass ihr Urheber mit Waffen- und Drogenschmugglern reiste. Er tauchte in die LSD-Szene im San Francisco der 60er genauso ein, wie in die Welt der großen Politik, als er etwa Richard Nixon auf dessen Wahlkampftour begleitete. Der »Doktor des Journalismus« lies sich mit einem recht eigenwilligen Wahlprogramm in Aspen/Colorado als Sheriffskandidat aufstellen und verlor die Wahl nur knapp.
Die Gonzo Generation – Das beste der Gonzo-Papers
Heyne Verlag
Preis 9,95 Euro
In den USA wurde Hunter ein Idol der Hippie-Bewegung, das aber auch an angesehenen Universitäten Journalismus unterrichten durfte. Er war ein Querdenker und Unruhestifter, aber mit System und Mission. Er war ein Junkie und Alkoholiker, aber mit glasklarem Verstand und ungeheurer Beobachtungsgabe. Er besang wie kein anderer den Untergang des Amerikanischen Traums, aber kämpfte zeitlebens für dessen Wiederauferstehung. Er war einfach Gonzo, durch und durch.
Res Ipsa Loquitur!