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Inzwischen habe ich es aufgeben, mich morgens über muntere Gesichter in der Universität zu wundern. Vielleicht kommen die müden und trägen Gesichter gar nicht mehr. Nichtsdestotrotz bleibt der Wunder über jene, welche die Hörsäle und Seminarräume mit ihrem obskuren Verhalten bevölkern – egal zu welcher Uhrzeit. Während Filme in den Vorlesungen an die Leinwand projiziert werden, flimmern und flackern die Laptops voller Spiele und diverser Filme. Neben dem, dass ich das echt nicht verstehen kann: Nur Psychologie-Studierende könnten auf den wahnsinnigen Einfall kommen, dass ein Über-Ich Menschen in einer Vorlesung ohne Präsenzpflicht via Präsenzpflicht halten könnte. Aber vielleicht glauben immer noch einige an das Wunder des Multitasking.
Aber jenseits derer, die nur scheinbar anwesend zu sein scheinen, sind mir jene Strebsamen, welche Fragen stellen, deren Antwort sie bereits kennen, ein ebenso großes Rätsel. Der pädagogische Erfolg solcher Maßnahmen bleibt für mich im Dunkeln. Bei den einen kann es sich nur um Wissensheuchelei handeln, bei den anderen um erheuchelte Teilnahme an ihrem Unterricht. Wissenspräsentation ist nicht Wissensrepräsentation, ganz nebenbei für die Kommunikationswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Nicht zu vergessen diejenigen, die wissen, dass sie nichts wissen, das aber für gut so halten. Aber Gefasel von mir hin, Gefasel her, für den Betriebswirt oder die Betriebswirtin gibt es den Schein bei bestandenem Kurs und die Geschichte darf sich mit dem befassen, was Universität einst war. Die Informatik kann sich dann schon mal auf die WWW-Uni einstellen und entschuldigen werde ich mich bei all jenen im Voraus, die sich jetzt nicht wieder gefunden haben, oder es einfach anders haben wollen und machen. Aber am Ende sind wir dann doch wieder alle beisammen, wenn zur nächsten Uni-Party geläutet wird, oder wir nach der Uni-Karriere gemeinsam auf der Straße sitzen. Ein Prost auf die nächste Studierendenrevolte.